Eine Hochzeit in China ist genauso besonders wie bei uns

China HochzeitDas Reich der Mitte ist ein Land voller Gegensätze. Kommunismus aus der Ära Stalins und knallharter Kapitalismus wechseln sich ebenso ab wie Tradition und Moderne. Säkularität in manchen Teilen des Landes steht gegen anhaltenden Konfuzianismus. Bei diesen Gegensätzen bleibt auch die Veränderung der Bräuche Chinas nicht aus.

Die ehemals konfuzianistischen Hochzeitsriten sind heute sowohl von westlichen, kommunistischen, als auch von reformistischen Strömungen beeinflusst. Zumindest die Bedeutung der Hochzeit ist in China genauso einzustufen wie im Westen. Hüben wie drüben ist die Heirat der wichtigste Tage im Leben eines jeden Paares.

Die traditionelle chinesische Hochzeit – die besonders in den Städten nur noch selten anzutreffen ist – ist dabei sowohl traditionell, als auch modern. Sie zeigt besonders die Allseitigkeit der ehemaligen chinesischen Gesellschaft. Als eines der Kernelemente dieser Hochzeit gilt die Brautsänfte. Am Hochzeitstag wird die Braut in dieser Sänfte von ihrem Elternhaus zum Haus des Bräutigams getragen. Die Sänfte, die von vier bis acht Personen getragen wird, wird von mehreren Begleitern eskortiert. Diese tragen Musikinstrumente, Schirme, und Fächer. Normalerweise bestehen diese Sänftenzüge aus zehn Personen, teilweise sind aber auch mehrere dutzend Begleiter anzutreffen.

Als Kopfbekleidung dient der Braut hierbei ein roter Brautschleier. Auch der Bräutigam trägt zur Hochzeit ein traditionelles rotes Gewand. Der wichtigste Teil der chinesischen Hochzeit besteht aus dem Hochzeitskotaumachen. Das Brautpaar geht zum Himmel – Erde – Tisch, auf dem ein viereckiger, mit Getreide gefüllter Kübel steht. Auf diesen Kübel sind die chinesischen Schriftzeichen für “Kübel voller Gold und Jade” geschrieben, und er ist mit rotem Papier verschlossen. In den vier Ecken des Kübels liegen mehrere Münzen. Nach dem Kotaumachen nehmen die Hochzeitsgäste die Münzen heraus, was diesen Glück bringen soll. Zusätzlich wird ein Zypressenzweig in den Kübel gesteckt, an dem einige Münzen hängen, weshalb er als Goldgrube bezeichnet wird. Neben dem Kübel befinden sich auch noch eine Waage, ein Spiegel, sowie ein Licht, meistens eine Kerze. Das Brautpaar steht Schulter an Schulter vor dieser Anordnung, der Bräutigam rechts, die Braut links. Der Zeremonienmeister ruft das Brautpaar anschließend um die Anbetung von Himmel und Erde, der Eltern, und die Anbetung des Brautpaares an. Nach dieser Zeremonie betritt das Brautpaar die sogenannte Brauthöhle, also das Schlafzimmer. Brauch ist es, dass sich neben dem glücklichen Brautpaar auch die Verwandten der selben Generation dort versammeln. Diese reissen anschließend Witzer voller Anspielungen auf die bevorstehende Hochzeitsnacht, was das Brautpaar gelassen hinzunehmen hat. Nach diesen Scherzen wird ein Toast auf das Brautpaar ausgebracht, und der Zeremonienmeister wünscht ihnen nach altem Brauch ein langes Leben und viele Kinder. Anschließend wird das Brautpaar allein gelassen, und der Bräutigam darf den roten Schleier der Braut lüften.

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